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Spagyrik - Heute in der Phyto Lerngruppe

Alchemie in der Phytotherapie

Die Menschen wollten schon immer verstehen, wie die Natur ihre Wunder vollbringt. Diejenigen, die sich einst auf den Weg machten, diese Wunder zu begreifen, nennen wir heute Alchemisten.

Die Alchemie ist eine historische Praxis, die sich mit der Umwandlung von Materialien beschäftigt.

Sie entstand im antiken Griechenland und erreichte im Mittelalter und der Renaissance ihren Höhepunkt. Alchemisten suchten nach einer Möglichkeit, unedle Metalle in Gold zu verwandeln und nach dem Elixier des Lebens, einem Trank, der ewige Jugend versprach. Obwohl ihre Experimente oft erfolglos waren, trugen sie zur Entwicklung der modernen Chemie bei, indem sie Techniken wie Destillation und Kristallisation entwickelten und wichtige Entdeckungen über die Zusammensetzung von Stoffen machten. Trotz ihrer oft mystischen Praktiken und Überzeugungen bleibt die Alchemie ein wichtiger Teil der Geschichte der Wissenschaft.

Spagyrik ist eine alternative Heilungsmethode, die auf den Prinzipien der Alchemie basiert.

Es handelt sich um eine spezielle Art der Kräuterheilkunde, bei der Kräuterextrakte durch eine bestimmte Verarbeitungsmethode hergestellt werden, um ihre heilenden Eigenschaften zu maximieren. Der Begriff "Spagyrik" kommt aus dem Griechischen und bedeutet

"trennen und zusammenfügen".

Die Spagyrik nutzt die Prinzipien der Alchemie, um Pflanzenextrakte in ihre Bestandteile zu zerlegen und dann wieder zusammenzufügen, um ein Heilmittel mit maximierter Wirkung zu schaffen. Es geht darum, die Energie der Pflanze zu nutzen und ihre Heilwirkung zu potenzieren. Die Geschichte der Spagyrik geht zurück auf Paracelsus, der im 16. Jahrhundert lebte. Er entwickelte eine Theorie der Medizin, die auf der Vorstellung von drei Prinzipien basierte: Schwefel, Quecksilber und Salz. Er glaubte, dass diese Prinzipien im Körper im Gleichgewicht sein sollten, um Gesundheit zu erhalten.

Paracelsus glaubte auch, dass die Pflanzen ihre eigenen "Signaturen" hatten,

die auf ihre medizinischen Eigenschaften hinwiesen.


Zum Beispiel wurde eine Pflanze, die wie eine Niere aussah, zur Behandlung von Nierenerkrankungen eingesetzt. Diese Idee der Signaturenlehre ist auch ein wichtiger Bestandteil der Spagyrik.

Die Spagyrik-Praxis wurde im 19. Jahrhundert von dem deutschen Arzt Carl Friedrich Zimpel entwickelt, der Pflanzenextrakte herstellte, indem er sie destillierte und dann durch verschiedene alchemistische Verfahren wie Calcination, Digestion und Fermentation ging. Die resultierenden Extrakte waren hoch konzentriert und wurden für die Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt.

Heute wird die Spagyrik von vielen Naturheilkundlern und Heilpraktikern eingesetzt, um chronische Erkrankungen zu behandeln. Es wird angenommen, dass die spezielle Verarbeitungsmethode der Spagyrik dazu beiträgt, die energetischen Eigenschaften der Pflanzen zu aktivieren und ihre heilende Wirkung zu maximieren.

Die Spagyrik verwendet oft eine Kombination von Pflanzenextrakten, um ein individuelles Heilmittel für jeden Patienten herzustellen. Dies wird oft als "Spagyrisches Komplexmittel" bezeichnet. Der Heilpraktiker wählt die Pflanzenextrakte aus, die für den jeweiligen Patienten am besten geeignet sind, basierend auf seiner Krankheitsgeschichte, körperlichen Symptomen und psychischen Zustand. Einige der häufigsten Anwendungen der Spagyrik umfassen die Behandlung von Verdauungsstörungen, Hauterkrankungen, chronischen Schmerzen, Schlafstörungen und psychischen Problemen wie Angst und Depressionen.


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