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Phytotherapie und Gender-Medizin

Geschlechtsspezifische Daten zur Anwendung von Phytomedikamenten sind oft unzureichend in klinischen Studien.


Um diese Lücke zu schließen, wurden geschlechtsspezifische Daten aus der PhytoVIS-Studie analysiert, einer der größten pharmako-epidemiologischen Studien zum Gebrauch von Phytomedikamenten


Die Daten der PhytoVIS-Studie wurden gemäß dem ENCePP-Verhaltenskodex in Apotheken und Arztpraxen erhoben. Bei der Auswertung geschlechtsspezifischer Daten wurden Informationen zu Indikationen, Behandlungen und Verträglichkeit berücksichtigt.


Von den 24.056 Datensätzen in der Datenbank stammten 16.443 von Frauen und 7.613 von Männern. 75,0% bzw. 77,5% der Frauen bzw. Männer verwendeten die Medikamente bei akuten Beschwerden, 15,6% bzw. 14,1% bei chronischen Beschwerden und 7,1% bzw. 6,1% als vorbeugende Maßnahme.


Die Wirksamkeit der Therapie wurde von 45,9% bzw. 42,5% der Frauen bzw. Männer als sehr gut, von 38,2% bzw. 41,5% als gut bis mäßig, von 11,6% bzw. 11,5% als gering und von 4,2% bzw. 4,6% als unverändert bis verschlechtert eingeschätzt.


Die Verträglichkeit wurde von 91,5% bzw. 90,6% der Frauen bzw. Männer als gut bewertet. Während die Anzahl der Männer und Frauen, die pflanzliche Produkte einnahmen, für viele Anwendungsgebiete vergleichbar war, war der Anteil der Männer, die pflanzliche Produkte gegen Erkältungen und Gelenkschmerzen einnahmen, höher als bei Frauen. Im Gegensatz dazu war der Anteil der Frauen, die pflanzliche Produkte gegen Angstzustände, Schlafstörungen, Wechseljahrsbeschwerden und Blasenfunktionsstörungen einnahmen, höher.


Ergebnis: Im Allgemeinen verwenden Männer und Frauen Phytomedikamente auf ähnliche Weise, aber es gibt deutliche Unterschiede in bestimmten Anwendungsbereichen.


Diese Informationen können eine nützliche Hintergrundinformation für therapeutische Entscheidungen bei diesen Patienten sein.


Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Daten auf den subjektiven Einschätzungen der Patienten basieren, die bereit waren, an der Umfrage teilzunehmen. Zusätzliche Daten aus klinischen Studien wären wünschenswert, um diese Ergebnisse zu ergänzen.


Wichtig wäre dabei natürlich auch zu wissen, wie es denn mit vergleichbaren schulmedizinischen Medikamenten ausschaut.


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