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Morbus Crohn

Er ist eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Traktes.

Er kann sich  überall vom Mund bis zum After befinden, ist aber bevorzugt im terminalen Ileum.

Alle Wandschichten sind befallen, es kann zu Geschwür und Fistelbildung kommen.

Es treten Durchfälle und Bauchschmerzen auf. M. Crohn ist eine Autoimmunerkrankung.

Die Ursache ist unklar. Man vermutet immunologische, psychische und genetische Einflüsse, denn es besteht ein gewisses Vererbungsrisiko.

Zusammenhang mit Mycobacterium avium paratuberculosis

Der Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und dem Mykobacterium wird schon seit mehr als 100 Jahren vermutet. Man stellte fest, dass durch MAP durch das Kurzzeit-Pasteurisierungsverfahren nicht mit Sicherheit abgetötet wird. Bei etwa 1,8% der im Handel erhältlichen Milch kann MAP nachgewiesen werden (vor etwa 10 Jahren), ein Milchtrinker kommt somit mit diesem Bakterium in Berührung.

Die MAP sind nicht sporenbildende, obligat aerobe, säurefeste Stäbchen, die sich primär intrazellulär vermehren.

Etliche Studien sind zu diesem Thema verfasst worden, die den Zusammenhang nahelegen. Allerdings weisen diese Studien zum Teil systematische Fehler auf, so dass die These noch nicht empirisch bewiesen ist, aber wie gesagt sehr plausibel ist. Beriets in den 80iger Jahren konnte bei Darmbiopsien bei Morbus Crohn-Patienten MAP isoliert werden.

Nachdem mit diesem Isolat Mäuse inokuliert worden waren, entwickelten sich Granulome der Leber, der Milz und der mesenterialen Lymphknoten. Auch eine Ziege wurde infiziert, die im terminalen Ileum multiple nicht-verkäsende, tuberkuloide Granulome sowie ebenfalls vergrößerte mesenteriale Lymphknoten entwickelte. (Chiodini RJ, Van Kruiningen HJ, Thayer WR, Merkal RS, Coutu JA. Possible role of mycobacteria in inflammatory bowel disease. I. An unclassified Mycobacterium species isolated from patients with Crohn’s disease. Dig Dis Sci 1984; 29:1073-1079.)

Zusammenhang mit Defensinen

Lange Zeit hat man sich gefragt, warum viele Crohn Patienten gut auf Antibiotika ansprechen.

2004 konnte nachgewiesen werden, dass Crohn-Patienten, sowohl im Dünn- als auch im Dickdarm einen Mangel an defensinen aufweisen.

Was sind nun Defensine?

Defensine sind kleine, nur 30 bis 42 Aminosäuren lange Peptide, die antibiotisch wirksam sind. Sie gehören zur angeborenen Abwehr und sind dafür verantwortlich, dass Keime im Darm eleminiert werden. Bei einem Mangel, können sich bakterien wie ein Film auf die Schleimhaut legen. So können Entzündungen enstehen und aufrecht erhalten werden. Es kommt zu einer vermehrten Bakterieninvasion, was Entzündungsreaktionen in der Darmschleimhaut, wie sie für den Morbus Crohn typisch sind, initiiert und unterhält.

Teilweise finden sich beim Crohn Mutationen im NOD2-Gen, welches die Freisetzung vermittelt, aber selbst bei den Patienten, die keine Mutation aufweisen (die Minderheit), findet sich eine verminderte Produktion der Defensine.

Mittlerweile wird der Crohn in Fachkreisen übrigens nicht mehr als Autoimmunerkrankung angesehen. Es finden sich nur bei einer Minderheit der Betroffenen Autoantikörper. Vielmehr zeigt sich beim Crohn eine Abwehrschwäche. Durch die Entzündungen werden die “guten” Darmbakterien geschädigt, so dass sich “böse” dort niederlassen können.

Frage: Beta-Defensin:

Kann man die Bildung wieder anregen? Oder beschränkt sich die Behandlung nur auf Immunsystemstärkung?

Da ist die Pharmaindustrie dran – das Problem ist die Gewinnung der Defensine. Man hat versucht sie im Reis zu züchten, sie aber nicht richtig rausbekommen.

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