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Frühkindliche Reflexe

Im gestrigen Grundkurstermin fiel mir nicht der Name des Reflexes ein, der dafür sorgt, dass das Kind bei der natürlichen Geburt den Kopf nach hinten überstreckt, um durch den Geburtskanal zu tauchen. Hier kommt ein Artikel anlässlich unseres e-Vidia Live Online Jubiläums-Symposium im Jahr 2017.

Der Reflex heißt ATNR-Reflex, hier was dazu bei Doccheck steht.Asymmetrisch-tonischer NackenreflexPassive Drehung des Kopfes in Rückenlage löst eine der Fechterstellung ähnliche Körperhaltung aus. Die dem Gesicht zugewandten Extremitäten werden bei gleichseitigem Faustschluss und Einnehmen der Spitzfußstellung extendiert. Die Extremitäten der kontralateralen Seite werden gebeugt. 0-2 Jahre

Motorische Unruhe, Konzentrationsstörungen- AD(H)S  – Frühkindliche Reflexe pfuschen unbemerkt dazwischen…

Schon mal versucht auf einem Hochseil zu balancieren und dabei Shakespeare zu lesen???

Genau das kann das Gefühl sein, mit dem Menschen, bei denen frühkindliche Reflexe noch sehr aktiv sind, tagtäglich zu kämpfen haben! Im Alltag bekommen Betroffene dann Diagnosen wie AD(H)S, Lernstörungen, Wahrnehmungsstörungen, motorische Probleme, Lese-Rechtschreib-Schwäche oder weniger extrem Konzentrationsschwäche, Ungeschicklichkeit…

Frühkindliche Reflexe haben die Aufgabe, den Säugling heil durch den Geburtsvorgang zu bringen und sein Überleben zu sichern. Danach sollten sie nach und nach durch reife Reaktionsmuster ersetzt werden. Bleiben diese Reflexe jedoch – und das kann aus unterschiedlichsten Gründen der Fall sein und kommt sehr viel häufiger vor als gedacht – wirken sie sich störend auf die Entwicklung aus. Besonders Gleichgewicht und Koordination sind betroffen und das hat zur Folge, dass sich Probleme in der Grob- und Feinmotorik einstellen, die Konzentration schwierig wird, Dinge wie Ordnungs- und Zeitgefühl sich nicht ausbilden können etc. …  Leicht lässt sich vorstellen, dass dies Auswirkungen hat in der Schulischen Leistungsfähigkeit (Handschrift, Lese-Rechtschreib-Probleme, Dyslexie, Dyskalkulie, Lernstörungen etc.). Kompensiert wird häufig durch motorische Unruhe, Aggressivität oder Rückzug und störende Verhaltensweisen… Eine Symptomatik wie wir sie vom sogenannten AD(H)S kennen…

Auch in der Haltung macht sich der Einfluss der Reflexe deutlich bemerkbar – schlaffe Haltung oder auch das Gegenteil – zu hohe Körperspannung. In der Muskulatur führt ein Restreflex u.U. zu einseitigen Bewegungsmustern und Fehlhaltungen. Das muss aber nicht bleiben – auch bei Kindern, die längst aus dem Krabbelalter raus sind – und auch bei Erwachsenen – kann man ganz leicht die Weiterentwicklung des Nervensystems anregen…

Einen großen Teil meiner Praxistätigkeit nimmt die Arbeit mit Kindern (und man glaubt es kaum – auch bei sehr vielen Erwachsenen sind noch Restreflexe vorhanden – vielleicht ja auch bei Ihnen?) mit AD(H)S, Verhaltens- und Lernstörungen sowie Entwicklungsverzögerungen ein, zumal diese Arbeit an den Resten der “Baby-Reflexe” relativ schnellen Erfolg zeigen. In Deutschland hat sich das Thema in der Pädiatrie leider noch nicht so durchgesetzt – in den USA sind diese Erkenntnisse mittlerweile schon selbstverständlich.

Mit ganz einfachen Möglichkeiten lässt sich spielerisch prüfen, welcher Reflex vielleicht noch aktiv ist und einfache Bewegungs-Übungen helfen dem Nervensystem, neue Abläufe zu erlernen und das, was längst “erledigt” sein sollte, dann auch wirklich “zu den Akten” zu legen… In diesem Seminar möchte ich eine Einführung geben: Was sind eigentlich die sogenannten “Frühkindlichen Reflexe? Warum sind sie manchmal noch vorhanden und was kann man tun?…

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