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Adventskrimi 2018 Homer Patson mit Lösungen

Homer Patson auf der Spur einer internationalen Verschwörung – Adventskalender 2018

1. Türchen


John Elway, Homers Freund und Held aus dem American Football,

ehemaliger Quarterback der Denver Broncos und Super-Bowl-Gewinner 1998 und 1999, übergab sich schon zum zweiten Mal, seit er heute morgen in Homers Haus angekommen war.

Es war Ende November und die beiden Freunde hatten sich vorgenommen, das letzte Wochenende vor Homers Abreise gemeinsam ganz in Ruhe zu verbringen, ein bisschen über alte Zeiten zu plaudern, abzuhängen.

Aber John konnte sich kaum auf den Beinen halten. Er sah extrem bleich aus und seine Übelkeit schien ihn fast ohnmächtig werden zu lassen.

Homer betrachtete den immer noch gut gebauten Spitzensportler.

Täuschte er sich? Oder schluckte John andauernd?

Homer bat John, die Zunge rauszustrecken.

Worauf hin dieser ziemlich gereizt reagierte „Homer, du gehst mir auf die Nerven! Gib mir endlich etwas, damit es mir besser geht – diese Krämpfe machen mich fertig“.

Die Zunge des Footballers war absolut sauber.

Homer stand auf „John, einen Moment, ich hol dir 2 Globuli – danach wird es dir gleich besser gehen“.

Im Arbeitszimmer angekommen, griff Homer zielsicher nach …

Während er die Globuli in einem Glas Wasser auflöste, ging Homer kurz ein Gedanke durch den Kopf:

“In letzter Zeit habe ich erstaunlich viele Patienten mit Übelkeit gehabt….”

Frage Homöopathie:

2. Türchen


Eine aufgeregte Patientin

Als das Telefon klingelte war Homer Patson gerade auf dem Weg in die Garage, um noch eine Büchertasche zu dem Koffer zu legen, der schon im abgeschlossenen Kofferraum seines Jaguar XK 150 S lag.

Wie gut, dass ich nicht mehr Platz habe, sonst übertreibe ich es wieder mit dem Gepäck, hatte er noch gedacht. Schnell spurtete er zurück, um den Anruf entgegen zu nehmen – es war das Patienten-Telefon.

„Ja?“

Die Stimme am anderen Ende klang aufgeregt.

„Dr. Patson? Mein Sohn …“, stammelte die Frau.

„Ganz von vorne – was ist denn passiert?“ versuchte Homer die Frau zu beruhigen.

Es war nicht möglich – sie schien panisch, fast verzweifelt zu sein!

Homer hatte Mühe, auch nur ein vernünftiges Wort aus ihr rauszubringen. Offensichtlich stand sie wie unter Zeitdruck.

Bis jetzt hatte er zumindest herausfinden können, dass der Sohn gestern noch eine kleine Wunde hatte, die sich jetzt zu einer Eiterbeule entwickelt hatte, die innen schwarz wirkte.

Ihm war klar, hier würden nur Bachblüten helfen, um das Kind würde sich sein Kollege kümmern müssen, denn er würde bis Weihnachten unterwegs sein.

Er ging in sein Arbeitszimmer, um parallel zum Telefonat zwei Bachblüten rauszusuchen.

„ Ich komme gleich bei Ihnen vorbei und werfe Ihnen 2 Fläschchen in den Briefkasten. Nehmen Sie bitte jeweils 3 Tropfen aus jeder Flasche auf ein Glas Wasser und trinken sie davon einige Schlucke.

Um Ihren Sohn kann ich mich leider nicht kümmern, aber ich rufe Dr. Nash an und sage ihm, dass er zu Ihnen kommen soll. Ich kann leider nicht mehr machen, sonst verpasse ich meinen Flug nach New York, aber an Ihrem Haus kann ich kurz vorbei fahren. Machen Sie sich keine Sorgen, Dr. Nash kennt sich hervorragend aus.“

Nun muss ich mich aber beeilen, dachte Homer nun auch schon fast panisch, sprang in seine schwarze Limousine und trat aufs Pedal. Welche beiden Bachblüten-Fläschchen warf er genau 10 Minuten später in den Briefkasten seiner Patientin? …

Frage Bachblüten:

Lösung Nr. 26 Rock Rose (gegen Panik und Verzweiflung) Nr. 18 Impatiens (die Zeitblüte zur Entspannung)

3. Türchen


Homer Patson in Heidelberg, Teil I

Homer Patson hatte einen anstrengenden Flug hinter sich. Drei Tage New York. Eigentlich tolle Tage auf Einladung seines alten Freundes Milton Brando. Super Hotel am Central Park West mit Blick auf den Park, tolles Konzert in der Carnegie Hall und dann hatte er noch zwei Vorträge im Museum of Natural History gehalten, die auf große Resonanz gestoßen waren.

Aber durch die großen Stürme, welche in den letzten Wochen über New York gefegt waren, herrschte am JFK-Flughafen ein riesiges Chaos, da Probleme mit der Stromversorgung aufgetreten waren und so beschloss Homer Patson nach über acht Stunden des Wartens seine Reiseplane zu ändern und statt nach London nach Deutschland zu reisen.

Der Flug war dann ziemlich turbulent, aber glücklicherweise stellte sich die Dame auf dem Sitz neben ihm als wirklich reizende Reisebegleitung heraus.

Eine Mitarbeiterin der UNO, Dr. Mahita Aedes, die vor kurzem aus Burundi zurückgekehrt war, wo sie sich einen Überblick über den großen Ausbruch des urbanen Gelbfiebers geschaffen hat.

Zudem konnte man seiner Sitznachbarin eine gewisse Attraktivität nicht absprechen.

Und so war die Zeit über dem Atlantik tatsächlich wie im Fluge vergangen.

Spontan nach seiner Landung in Frankfurt am Main, beschloss Homer Patson, seinem alten Studienfreund, dem Pathologen Hans Schmid einen Besuch in Heidelberg abzustatten.

London konnte auch noch ein paar Tage warten.

Also mietete Homer eine Limousine und bereits eine Stunde später traf er in Heidelberg ein.

Er griff zum Telefon und wählte Schmids Nummer. „Pathologie, Büro Professor Schmid, Bordetella Tussapara am Apparat“, meldete sich eine raue Stimme, verführerische Stimme am Apparat.

„Homer Patson hier, ich grüße Sie. Wäre es möglich den Professor zu sprechen?“

„Oh, Dr. Patson, wir haben hier schon so viel von Ihnen gehört! Leider ist der Chef momentan außer Haus auf einem Kongress und wird erst spät in der Nacht wieder zurückkehren, aber morgen früh ab neun Uhr müsste er wieder hier sein – kann ich ihm etwas ausrichten?“

Bei dem Klang ihrer Stimme musste Homer unvermittelt darüber nachsinnen, wie sie wohl aussehen würde.

„Ja danke, richten Sie dem alten Jungen bitte aus, dass ich ihn dann morgen Vormittag aufsuchen werde und dass ich zutiefst verstimmt wäre, wenn er sich nicht zumindest die Zeit für ein gemeinsames Mittagessen nehmen würde.

Insbesondere seine neusten Veröffentlichungen zum Thema Proteom und Chemoresistenz würde ich mit dem größten Vergnügen mit ihm diskutieren.“

„Aber sicher Herr Doktor. Ich werde es ihm ausrichten und dafür sorgen, dass zur Mittagszeit nichts ansteht. Er wird sich sicher außerordentlich über Ihren Besuch freuen.“

Schon wieder musste Homer Patson also seine Pläne ändern und so beschloss er hinauf zum Schloss zu wandern und den Blick über den Neckar und die Altstadt zu genießen. Danach würde er in ein nettes Lokal in Neuenheim oder Ziegelhausen fahren und sich ein komfortables Hotel suchen.

Frage Pathologie:

Welche Krankheiten wurden in diesem Text genannt bzw. welche Erreger?

Na, das findest du doch heraus, oder?

4. Türchen

Homer Patson in Heidelberg, Teil II

Doch auf dem Weg hinauf zum Schloss geschah es. Homer war wohl zu sehr mit der Ausformulierung zu seinem Vortrag über die Moyamoya-Erkrankung, den er demnächst in Tokio halten sollte, beschäftigt, dass er das Loch in der Straße einfach übersah.

Schmerz schoss in seinen Knöchel und einen Moment rang er um Luft.

„Verdammt“, murmelte er und versuchte sich aufzurichten, aber der Knöchel schwoll bereits an und jedes Mal, wenn er versuchte den Fuß zu belasten, trieb ihm der Schmerz Tränen in die Augen.

„Auch das noch – hoffentlich handelt es sich nicht um einen Bänderriss“.

„Geht es Ihnen gut? Ist alles in Ordnung?“

Homer war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht bemerkt hatte, dass sich ihm ein junges Pärchen genähert hatte.

„Studenten“, vermutete Homer. „Philosophische Fakultät. Das Mädchen studiert höchstwahrscheinlich Romanistik, ja, Französisch, denn die Art wie sie ihr Haar hochgesteckt, ist derzeit im Pariser Nachtleben der letzte Schrei. Und er? Sympathischer Junge, hm, vielleicht eine Spur von Arroganz, die Brille soll ihn intellektueller wirken lassen, könnte sogar aus Fensterglas sein. Will lässig wirken, aber die Eltern haben Geld, die Schuhe stammen aus Italien und glänzen picobello. Politologie oder Philosophie – hm – ah, auf seiner Ledertasche ist ein Aufkleber

„Ein jeder Mensch hat rechtmäßigen Anspruch auf Achtung von seinen Nebenmenschen, und wechselseitig ist er dazu auch gegen jeden Anderen verbunden“

da haben wir es ja – ein Anhänger Immanuel Kants!“

„Können wir Ihnen irgendwie helfen?“ fragte die junge Frau.

„Tja, ich habe mich am Knöchel verletzt und zugegebenermaßen fehlt es mir momentan an pragmatischen Ideen, wie ich mich von diesem Ort entfernen kann. Die Herrschaften sind nicht zufälligerweise motorisiert und könnten mich aus meiner misslichen Lage befreien?“

„Na klar doch“, antwortete der junge Mann, „am besten fahren wir Sie hinaus ins Neuenheimer Feld, so dass die sich in der Klink Ihren Fuß anschauen. Da gibt es eine tolle Privatklinik. Kommen Sie, wir helfen Ihnen zu unserem Wagen, der steht gleich da drüben.“

Das Pärchen stütze Homer, so dass er zum Wagen humpeln konnte. Erschöpft ließ er sich auf die Rückbank des Mini Coopers fallen. Glück im Unglück, dass er diese hilfsbereiten Menschen getroffen hatte. Im Wagen duftete es nach Veilchen.

Verträumt schaute er aus dem Fenster und schaute auf die Stadt, in der er ein Semester studiert hatte. Bilder seiner Jugend stiegen in ihm herauf. Studentenfeten, nächtelange Diskussionen in den Altstadtkneipen und er fragte sich, was wohl aus Anasarka, seiner damaligen Freundin geworden war, ein Mädchen mit feurigem Temperament, türkisblauen Augen und einem Sturkopf, der seinesgleichen suchte. Es war eine intensive, wilde und leidenschaftliche Zeit mit ihr, aber sie endete so abrupt und stürmisch, wie sie begonnen hatte. Homer war damals nicht bereit gewesen, die Bande enger zu knüpfen.

Ehrlich gesagt war er das auch heute nicht. Und so hatte sich Anasarka, um ihn zu verletzen, seinem alten Freund Milton an den Hals geworfen. Doch als er Milton vor ein paar Jahren wieder traf, sprachen sie nicht mehr über sie.

Irgendwann müsste er herausfinden, was aus ihr geworden war. Oder vielleicht auch nicht.

„Wir sind da.“

Der junge Mann riss ihn aus seinen Erinnerungen.

„Wir helfen Ihnen noch hinein.“

Homer wandte sich der jungen Frau zu. „C’est très gentil que vous avez fait pour moi. Merci beaucoup.“

Verwundert sah ihn die junge Frau an. „De rien. Nous l’avons fait avec plaisir”.

Kurze Zeit später war Homers Knöchel untersucht.

„Die Bänder haben sie überdehnt und sich einen ganz schönen großen Erguss eingehandelt. Am besten bleiben sie eine Nacht hier, wir geben Ihnen ein Schmerzmittel und unsere naturheilkundliche Ärztin zaubert Ihnen einen Salbenverband aus Ihrer Kräuterküche. Das hat sie echt drauf und wenn sie Glück haben, können Sie morgen dann wieder humpeln.

Leider haben wir nur ein Zweibettzimmer, aber für eine Nacht wird das doch sicher gehen, Herr Kollege. Schwester Agnes bringt Ihnen dann gleich die Medikamente und etwas zu essen. Morgen früh schaue ich noch einmal nach Ihnen“, sagte der Arzt.

Frage Phytotherapie:

Was wird die naturheilkundliche Aerztin Homer Patson in den Salbenverband mischen?

Lösung: Solidago Symphytum Rosskastanie Majoran

5. Türchen

Homer Patson in Heidelberg, Teil III

„Na ja, das Hilton sieht anders aus“, dachte Homer Patson bei sich. Seine Erinnerung als Krankenhausinsasse waren sicherlich nicht die besten. Aber besser als damals in Myanmar, war dies hier wohl sicher. Zumindest die hygienischen Verhältnisse.

„Guten Abend“, ertönte eine Stimme.

Homer drehte seinen Kopf zur Tür. Ein etwa 60-jähriger Mann hatte das Zimmer betreten und lächelte ihn an.

„Heinrich Rossmann ist mein Name, na, da haben sie uns wohl in die gleiche Zelle gesteckt. Aber geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Wenn es ihr Zustand zulässt, könnten wir uns die Zeit dann vielleicht bei einem netten Gespräch und einer Runde Backgammon vertreiben. Spielen Sie Backgammon? Ein fabelhaftes Spiel. Die meisten denken, es gehe nur um Glück, aber die haben das Spiel einfach nicht verstanden. Lust auf eine Partie? Ist heute auch mein letzter Abend hier. Morgen werde ich dann wieder in die Freiheit entlassen.

Wurde am Blinddarm operiert. Können Sie sich das vorstellen? In meinem Alter. Da hat man es doch normalerweise mit der Prostata, aber eine Blinddarmentzündung. Na damit rechnet man doch wirklich nicht. Hat ja auch seine Vorteile mal ein paar Tage von Zuhause weg zu sein. Nicht dass meine Hannelore nicht ein Schatz wär. Aber Sie verstehen das doch sicher, manchmal kann es auch sehr erholsam sein sich dem weiblichen Einfluss ein paar Tage zu entziehen. Na ja und da gibt es zwei so nette junge Dinger in der Frühschicht. Werden Sie ja morgen früh sehen. Die versüßen einem das Leiden doch erheblich. Und die eine Kleine hat so süße Sommersprossen.“

Und so verbrachte Homer Patson einen amüsanten Abend mit Herrn Rossmann, einigen Partien Backgammon (in denen er Herrn Rossmann auch ab und zu gewinnen ließ) und einer Flasche Rotwein, die der Herr heimlich ins Krankenzimmer geschmuggelt hatte.

Um Mitternacht löschten sie das Licht. Homer nahm ganz entgegen seiner Gewohnheiten auch ein Schlafmittel, denn der Knöchel schmerzte und von alleine wollte der Schlaf nicht kommen…

Frage Untersuchung:

Wie war das noch mal mit den Untersuchungen bei der Appendizitis?

Lösung: Mc Burney Lanz etc.

6. Türchen

Ein Toter in Heidelberg

Mitten in der Nacht schreckte Homer Patson hoch. Benommen versuchte er sich zu orientieren. Im Zimmer befanden sich vier Personen, die aufgeregt diskutierten und am Bett von Herrn Rossmann hantierten.

„Was ist passiert?“, fragte Homer benebelt, aber die Worte wollten ihm nach seinem Cocktail aus Schmerz- und Schlafmittel und dem guten spanischen Rotwein nicht so einfach über die Zunge gehen und außer seinem Knöchel schmerzte nun auch sein Kopf höllisch.

Er hörte Heinrich Rossmann husten.

„Nichts, schlafen Sie weiter“, entgegnete ihm eine der Schwestern.

Obwohl Homer sich dagegen wehrte, fiel er wieder in einen unruhigen Schlaf. Gegen fünf Uhr morgens erwachte er und sah sich im Zimmer um.

Aber er war allein. Kein Herr Rossmann, kein zweites Bett. Homer klingelte und die Schwester erschien.

„Wo ist Herr Rossmann?“, fragte er und sein Schädel brummte.

Die Schwester zögerte. „Es gab Komplikationen und wir mussten ihn auf die Intensivstation verlegen“ sprach sie schließlich widerwillig.

„Komplikationen, was für Komplikationen? Vorhin ging es ihm noch hervorragend“.

Homer Patson war außer sich.

„Ich bin nicht befugt, Ihnen darüber Auskunft zu geben“, raunte die Schwester und verließ schnell das Zimmer.

Auf einmal war er hellwach. Was ging hier vor sich, was war mit dem netten Mann geschehen? Mit einem Satz sprang er aus dem Bett. Verdammt, er hatte seine Verletzung vergessen. Aber die Behandlung hatte wahrhaftig gefruchtet – die naturheilkundliche Ärztin hatte ganze Arbeit geleistet.

Etwas unbeholfen humpelte er hinaus in den Gang. Niemand da. Er betrat das Schwesterzimmer, aber auch hier war niemand.

Er sah sich um. Moment mal. Da lagen die Patientenakten. So schnell es ihm sein Knöchel erlaubte huschte er hinüber zum Tisch.

Rossmann, es war zwar nicht seine Akte, aber da lag ein Zettel mit dem Namen. Handschriftliche Notiz.

Mensch, wie konnte ein Mensch nur eine so unleserliche Handschrift haben.

Pno – nein – Pneu – aber was hieß das dahinter? Pneumothorax – nein, da war kein X. Pneumonie? Ja, das konnte es sein.

Er hörte Schritte auf dem Gang, sie kamen schnell näher.

Was konnte er noch entziffern. Se… Sep….

Die Tür ging auf. „Was haben Sie hier zu suchen?“ fuhr ihn eine Stimme an.

„Dieses Zimmer ist für Patienten nicht zugänglich. Ich muss sie auffordern sofort den Raum zu verlassen.“

„Wo befindet sich Heinrich Rossmann? Was ist mit ihm geschehen?“

Patson hatte immer mehr das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmte.

„Das geht sie überhaupt nichts an und nun verlassen sie bitte sofort den Raum.“

Die Feindseligkeit, welche ihm entgegenschlug, verblüffte Homer. Wortlos verließ er das Schwesternzimmer.

Doch was nun. Er musste unbedingt herausfinden was geschehen war. Er kehrte auf sein Zimmer zurück und wäre fast mit einer kleinen Frau zusammen gestoßen, die tränenüberströmt aus dem Raum eilte. Homer kombinierte blitzschnell.

„Warten Sie! Bitte, bleiben Sie stehen!“.

Die zierliche Dame drehte sich um. Ihr Gesicht war rot und verquollen vom Weinen und aus ihrer Kehle drang ein Schluchzen, welches sie hilflos zu unterdrücken versuchte.

„Bitte warten Sie und kommen einfach noch einmal herein. Ich möchte wissen was hier los ist. Bitte, lassen Sie uns einfach unterhalten.“

Die Frau zögerte, doch schließlich setzte sie sich in Bewegung und kehrte ins Krankenzimmer zurück.

„Sie müssen Hannelore sein. Heinrich hat mir von Ihnen erzählt. Hannelore, was ist geschehen? Wo ist ihr Mann und wie geht es ihm?“

Ein lautes Wimmern durchdrang den Raum, das Homer Patson durch Leib und Seele drang.

„Er ist tot! Er ist einfach tot! Er sollte doch heute nach Hause gekommen, ich hatte seinen Lieblingskuchen gebacken und alles vorbereitet und vorhin riefen sie mich an und sagten mir, dass er gestorben sei. Ich kann das nicht begreifen, es ging ihm doch gut, er sah doch nicht mehr krank aus. Oh Gott, er ist tot, wie soll denn jetzt alles weitergehen?“

Hannelore versagte die Stimme und ihr Körper wurde von Weinkrämpfen geschüttelt.

Er konnte nicht anders, als sie in seine Arme zu schließen und ihren Kopf zu streicheln.

„Hannelore, was haben die Ärzte gesagt – an was ist er gestorben?“ Sie schniefte.

„ Sie sagen sein Herz wär schwach gewesen, es wär einfach stehen geblieben. Die Operation und die Blinddarmentzündung wär zu viel für ihn gewesen. Ich verstehe das nicht. Ich wusste nicht, dass er ein krankes Herz hat. Der Hausarzt hat nie etwas davon gesagt.“

Homer Patson überlegte. Gestern Abend war der alte Knabe sehr gesprächig gewesen, ja hatte einen quietschfidelen Eindruck gemacht. Später am Abend hatte er dann etwas angefangen zu husten und gemeint, dass der Rotwein ihm ein wenig zu Kopfe gestiegen sei und er sich ein wenig heiß fühle. Daraufhin hatten sie das Licht gelöscht und Homer war eingeschlafen.

Doch was war in den darauffolgenden Stunden passiert? Plötzliches Herzversagen.

Homers Sachverstand und untrüglicher Instinkt konnten so etwas nicht glauben. Da musste mehr dahinter stecken…

„Hannelore, sie müssen eine Autopsie machen lassen. Irgendwas an Heinrichs Tod kommt mir reichlich spanisch vor. Bitte, sie müssen ihn untersuchen lassen.“

Die Witwe starrte ihn mit aufgerissenen Augen an.

„Eine Autopsie? So wie im Fernsehen? Sie sollen ihn aufschneiden? Oh Gott, warum sollte ich das veranlassen? Glauben Sie etwa, dass er vergiftet worden ist?“

Homer ging nachdenklich im Zimmer umher. „Das nicht, aber ich hege einen Verdacht, dass er nicht an schwachem Herzen verstorben ist. Ich habe da so eine Theorie, aber ich würde gerne einen Spezialisten hinzuziehen. Einen Freund von mir, dessen Meinung man vertrauen kann.“

Hannelore war hin und her gerissen. Sie war von der Situation komplett überfordert, doch schließlich gelang es Homer Patson sie zu überzeugen.

„Sie wollen was?“ Das Gesicht des Chefarztes war puterrot.

„Eine Autopsie?! Warum das denn? Die Geschichte ist doch glasklar. Warum wollen Sie hier Unruhe reinbringen? Wollen Sie uns was unterstellen? Und Sie“ – er zeigte auf den Professor – „Sie verlassen jetzt umgehend meine Klinik, Ihre Entlassungspapiere können Sie an der Pforte abholen.“

Homer Patson wusste, dass er nun handeln musste. Er verließ das Zimmer und gab Hannelore mit einem Handzeichen zu verstehen, dass sie auf ihn warten solle. Er holte sein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer.

„Hans? Homer hier, ich brauche deine Hilfe.“

„Homer, Homer Patson – ich glaube es nicht altes Haus. Was hat dich denn hierher verschlagen? Mensch, was kann ich für dich tun, in was bist du nun wieder verstrickt?“ Hans lachte.

„Hans, du musst deine Beziehungen spielen lassen und zwar schnell. Du musst sofort einen Verstorbenen in die Pathologie holen. Stell jetzt keine Fragen, alles andere erklär ich dir später. Aber ich habe das Gefühl, dass hier eine ganz miese Sache abgelaufen ist, die vertuscht werden soll. Hans, kann ich auf dich zählen?“

Einen Moment war Stille in der Leitung. Dann hörte Homer die sonore Stimme aus dem Hörer:

„Natürlich Homer, du kannst dich auf mich verlassen. Sag mir einfach, was ich tun soll…“

Zwei Stunden später standen Homer und Hans gemeinsam vor dem Toten.

„Homer, erzähle‘ mir nach was ich schauen soll. Was vermutest du?“

Patson schilderte ihm den Fall: Ein Mann, dessen Herz bislang als gesund galt. Plötzlicher Husten, wahrscheinlich Fieber, in derselben Nacht verstorben. Im Krankenhaus nach einer OP.

Hans machte sich an die Arbeit. Homers Geduld wurde auf die Probe gestellt, doch schließlich blickte Hans zu ihm auf.

„Alter Knabe, du hattest Recht. Sein Herz ist in Ordnung. Er ist an einer Sepsis gestorben und hatte….

Frage Pathologie:

An was ist Heinrich Rossmann verstorben?

Was ist die Lösung? Hepatitis B MRSA Meningokokken Brucella abortus

7. Türchen

Der Medizin-Student

Homer Patson saß im Flieger nach London. Das schreckliche Unglück, dessen Zeuge er in Heidelberg geworden war, saß ihm noch in den Knochen und da sein Freund und Gönner Milton ihn geradezu genötigt hatte seine Hotelreservierung London doch noch wahrzunehmen wollte er nun die Vorweihnachtszeit in der Metropole wirklich genießen.

Er hatte sich etwas Lektüre mitgenommen – immer wieder las er Promotionen der Studenten seiner ehemaligen Uni, der Universität der Michigan Medicine School. Natürlich nicht die ganzen Arbeiten, nur Teile – das reichte ihm allemal.

Während er gerade in einem anatomischen Text über Hirnareale las, bemerkte er, dass ein junger Mann interessiert auf seinen Text starrte.

„Fasziniert Sie das?“, fragte Homer freundlich.

„Oh ja, vor allem dachte ich gerade, dass Sie mir sicher helfen können.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr der ca. Anfang zwanzig-jährige fort: „Ich bin im 2. Semester Medizin, noch nicht sehr weit, und ich überlege die ganze Zeit, wie die Strukturen am Knie heißen – ich muss es lernen, aber ich habe mein Buch in den Koffer gepackt …

Frage Anatomie:

Da ist das Schienbein und das Wadenbein, die Kniescheibe und die Bänder, 4 wichtige gibt es, oder?

Wie waren noch die lateinischen Namen. Und was zum Teufel ist die „vordere Schublade“? Homer blickte den neugierigen jungen Mann an und half ihm, durch nachfragen, die Antworten auf seine Fragen zu finden …

Antworten: 1) Tibia, 2) Fibula), 3) vorderes Kreuzband/lig cruciatum ant, 4) hinteres Kreuzband/lig cruciatum post, 5) Innenband/Lig collaterale med, 6) Außenband/Lig coll. Lat. 7) Schublade: Test zum Überprüfen der Kreuzbänder

8. Türchen

Endlich in London

Homer freute sich auf das Konzert heute Abend in der Royal Albert Hall. Wie wunderbar, dass es ihm doch noch ermöglicht worden war. Nun ein wenig ausruhen, dann feinmachen und genießen.

Gerade hatte Homer sich in seinem Zimmer im The Hempel Hotel in Bayswater, nahe am Hydepark hingelegt, da klopfte es zaghaft an der Tür. Er hörte eine rauchige Frauenstimme

„Wir können ihn doch nicht einfach stören!“ –

„Warum nicht? Du hast doch vorhin mitbekommen, dass er offensichtlich einer der besten Ärzte ist. Mehr als fragen können wir nicht“ sagte diesmal eine etwas höhere Frauenstimme. Es klopfte etwas forscher und Homer ging zur Tür

„Ja?“. „Sind Sie Dr. Patson?“, fragte die Frau mit der höheren Stimme.

Es waren zwei Zimmermädchen aus dem Hotel.

„Unser älterer Page liegt zwei Stockwerke tiefer in einem der Zimmer“, begann das Zimmermädchen mit der rauchigen Stimmer zu erzählen.

„Er war vorhin ganz nervös und zittrig“ – nun erzählten beide Zimmermädchen durcheinander „dann sagte er, sein Herz würde rasen und als wir ihn fragten, seit wann er das hätte, schien er ganz verwirrt.“

„Dann hat er immer mehr gezittert und ist schließlich umgefallen“, die rauchige Stimme wurde immer kieksiger „er liegt da und reagiert nicht – können Sie uns schnell helfen?“.

Homer war schon auf dem Absatz umgedreht und schnappte seine Tasche, schaute noch schnell, ob sein Infusionbesteck dort drin lag, wies das eine Zimmermädchen an, sofort den Notarzt zu rufen und lies sich vom zweiten Zimmermädchen zu dem Pagen geleiten.

Auf dem Weg nach unten dachte er, dass er seinen Freund im Flur gesehen hätte. Homer wischte den Gedanken jedoch bei Seite – Milton konnte gar nicht hier in London sein. Er hatte erst gestern auf dem Handy eine Nachricht hinterlassen, dass er bei seiner Schwester in Mexiko sei.

Beim Pagen angekommen, ging alles ganz schnell. Homer prüfte, ob der ca. 50jährige kräftig gebaute Mann ansprechbar war

Frage Pathologie/Notfall:

Was hat der Mann wahrscheinlich?

Lösung: Hypoglykämisches Koma

9. Türchen

9. Dezember

was für ein herrlicher Tag in Toledo. London war zwar wie immer sehr anregend gewesen, aber nun in Spanien zu sein, das war doch etwas. Homer Patson ging im strahlenden Sonnenschein an der imposanten Kathedrale vorbei. Er zog sich sein Cashmerejacket aus und krempelte die Ärmel seines Oberhemds hoch.

Wer hätte gedacht, dass hier fast frühlingshafte Temperaturen herrschten. Als er gestern abend in London in den Flieger gestiegen war hatte er ähnliches Schmuddel-Wetter auch hier in Spanien erwartet.

Er bog in Calle del Comercio ein und gelangte an die Plaza de Zocodóver. Man schien ihn schon am Eingang zu erwarten. Die hübsche junge Dame stellte sich als Maria vor und begleitet ihn in die Ausstellungsräume.

Was da in verschiedenen Bräunungsgraden und vor allem den verschiedensten Formen in den mit Papierspitzen ausgelegten Vitrinen lag hätte sicher bei so manch einem den Blutzucker über die Nierenschwelle gebracht, dachte er schmunzelnd.

In nahezu perfektem Spanisch wandte er sich an Maria: Ich würde zu gern sehen wie Sie das herstellen.

Nichts lieber als das nuschelte sie und schon schob sie ihn in die Produktionsräume.

Er ließ es sich gefallen, dass sie ihn auf einen Stuhl zwischen 2 kopftuchbedeckten pummeligen Frauen drückte und er schaute sich den Berg der kleinen elfenbeinfarbenen Früchte an, die dort feucht glitzernd, befreit von ihrer braunen Haut lagen.

Er griff in den Bottich mit heißem Wasser hinein und während seinen Finger immer geschickter dieselben Handgriffe wie seine beiden Nachbarinnen vollführten, hörte er den Anekdoten aus 200 Jahren Firmengeschichte zu.

Später sah er Pablo, dem Ur-Ur-Ur-Enkel des Firmengründers zu, wie er die getrockneten Früchte in die Mühle warf und der Junge machte sich einen Spaß daraus seine Hand in die Nähe des riesigen Mahlwerkes zu halten.

Willst du auch Torrero werden? fragte ihn Homer Stirn runzelnd.

“Nein, das würde ich nie übers Herz bringen, ich kann niemandem etwas antun”, sagte Pablo mit ehrlichem Blick.

Homer musste an die kleinen Strukturen im Frontallappen denken, die dafür zuständig sind, ein adäquates Furchtempfinden zu erzeugen – die aber gleichzeitig auch für Aggressionen verantwortlich zeichnen.

Er fragte sich, ob 200 Jahre intensive Berührung mit dieser Frucht wohl einen Effekt auf das Gemüt jener Personen aus dieser Familie hatte.

Er ermahnte sich zur Vernunft “jetzt gehe ich wohl zu weit, mit meinem Analogie-Denken.

Frage Anatomie:

An welche Struktur im Hirn denkt Homer wohl?

Das weißt du bestimmt

10. Türchen

Auf nach Barcelona

Homer war gerade eingedöst – er saß im Zug auf dem Weg nach Barcelona. Er hörte ein summendes Geräusch. Was auch immer es war, im Halbschlaf erinnerte es Homer an das Summen, was die Frau vor 4 Wochen so eindrucksvoll beschrieben hatte.

Es war das Summen einer Wespe. Diese Frau hatte ihm erzählt, dass sie furchtbare Angst vor Wespen und auch vor Bienen hatte. Ein Umstand, der ihn den damaligen Fall schnell lösen ließ.

Eigentlich kam die Frau wegen Halsschmerzen. Auf Nachfrage, wie sich die Schmerzen anfühlten, zuckte sie nur mit den Achseln und sagte, es tut halt weh. Dann schluckte sie und verzog dabei extrem das Gesicht – der Schmerz musste ziemlich stark sein.

„Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht auch noch heiser wäre“ – brachte die Frau hervor.

Homer beugte sich etwas vor und bat die Frau, etwas zu hüsteln. Ihr Atem roch sehr unangenehm und er fragte, ob ihr etwas an ihrem Atem aufgefallen sei.

„Es stinkt bestialisch, aber was hat das mit meinen Halsschmerzen zu tun?“.

Während Homer sich umdrehte, um die Symptome noch einmal durchzuschauen, fing die Frau an, das Summen der Wespen zu beschreiben.

Homer war im Moment gar nicht klar, wie sie drauf gekommen war – für eine Sekunde hatte er wohl nicht aufgepasst.

Jetzt wurde er hellhörig. Angst vor Bienen und Wespen. Der Fall war klar!

Frage Homöopathie:

welches Mittel war das?

Lösung Homöopathie: Hepar sulfuris

11. Dezember:

Homer in Barcelona

Homer Patson verließ den Hauptbahnhof BARCELONA-SANTS um 13 Uhr. Eigentlich hatte er Hunger, aber er wollte noch vor dem Essen mit seinem Neffen Luzius seinen Bekannten Professor Ersinio Justinian besuchen, der an der CREAL (Centre for Research in Environmental Epidemiology) unterrichtete.

Er nahm die gelbe Linie der Metro und erreichte gegen 14 Uhr das erstaunlich große runde Gebäude.

Die Sonne glitzerte auf dem Wasser und die Palmen bogen sich im kräftigen Wind. Er betrat einen hohen Raum, in dem zahlreiche Flaschen in Regalen aufgereiht waren oder herumstanden. Auf den breiten, niedrigen Tischen, von denen es mehrere im Raum gab, glänzten Reagenzgläser und auf Bunsenbrennern flackerten kleine blaue Flammen.

Der Professor saß an einem der entfernter stehenden Tische und war über seine Arbeit gebeugt. Als er Homer´s Schritte hörte, sprang er mit einem Freudenschrei auf.

„Ich hab’s gefunden, ich hab’s gefunden!” rief er ihm zu und lief ihm mit dem Reagenzglas in der Hand entgegen.

„Ich habe ein Reaktionsmittel gefunden, das das JC-Virusprotein auch außerhalb des ZNS nachweist.”

Wenn er eine Goldmine entdeckt hatte, hätte er keine größere Freude ausstrahlen können.

„Mein lieberPatson, ich sehe Sie sind in Toldeo gewesen!

„Wie um alles in der Welt können Sie das wissen?” fragte Homer erstaunt.

„Nichts für ungut”, sagte er und lachte in sich hinein.

„Was mich jetzt interessiert, ist die Frage des JC-Virusprotein. Ich nehme doch an, daß Sie die Bedeutung meiner Entdeckung sehen?”

„Sie ist sicher sehr interessant, aber wie sind Sie darauf gekommen danach zu forschen?”

„Ganz einfach: Ich erforsche die Bedeutung von Erregern wie Viren für die Entstehung von Krebs. Sehen Sie nicht, dass wir in Zukunft unfehlbare Beweise für das Vorhandensein eines entarteten Gewebes haben könnten? Ja, dagegen sogar impfen könnten? Oder aber auch Tumore ganz einfach auslösen könnten“, er zwinkerte ihm verschmitzt zu.

“Kommen sie einmal hier herüber!”

In seinem Eifer packte er Homer am Mantel und zog ihn hinüber zu dem Tisch, an dem er gearbeitet hatte.

„Wir brauchen nur ein bißchen frisches Blut von Ihnen”, sagte er und zog die Hand von Homer zu sich heran.

„Nein, nein, mein Lieber“, sagte dieser. „Ich bin nicht hierher gekommen um mit Ihnen zu arbeiten, auch wenn das sehr aufschlussreich sein könnte….leider muss ich noch weiter heute. Ich wollte eigentlich nur meine Glückwünsche zu ihrem großen Erfolg persönlich aussprechen. Man hört ja in medizinischen Kreisen ständig von Ihnen! Was ist denn eigentlich aus Ihrer Forschung zum Thema Yersiniosen geworden?“

Der Professor lächelte mysteriös

“Das wollten sehr viele Leute gerne wissen, aber ich kann dazu noch nichts weiter veröffentlichen. Also Patson,“ sagte er plötzlich unwirsch, „wenn Sie mir nicht helfen wollen, kann ich mir diese Unterbrechung meiner Arbeit nicht länger leisten. Grüßen Sie mir Ihren Neffen. Sicher sind Sie seinetwegen hier. Auf Wiedersehen.

„Auf Wiedersehen!”, sagte Homer und schlenderte nachdem er das Forschungszentrum verlassen hatte dem kleinen Fischrestaurant zu.

Der Professor hatte sein volles Interesse geweckt.

Frage Infektion:

Was findest du zu den Yersiniosen heraus?

12. Türchen

Homer fliegt nach Wien

Homers Neffe war nicht zum Treffen gekommen und Homer hatte sich Sorgen gemacht. Luzius war auch nicht zu erreichen. Niemand wusste wo er war. Der Junge war zwar sehr unzuverlässig, aber irgend etwas stimmte nicht. Immer mehr Menschen verschwanden spurlos….

Homer informierte die Polizei und reiste weiter nach Wien. Nach einigen Strapazen landete Homer Patson am 12. Dezember um 19.45 auf dem Wiener Flughafen. Als die Kabinentür geöffnet wurde strömten die Leute hinaus und er bedauerte es wirklich sich von seiner angenehmen Sitznachbarin trennen zu müssen. Er wusste, dass Zuzana schnell weiter musste um ihren Anschlussflug nach Bratislava zu erreichen.

„Lieber Dr. Patson, tun Sie mir den Gefallen und kommen Sie mich nächstes Jahr  besuchen, wenn die Drs. Sehgal wieder ein Seminar in unserer schönen Stadt halten. Es kann doch gar nicht sein, dass Sie noch nie etwas von der Sehgal Methode gehört haben!“

„Mein liebes Fräulein, gehört habe ich davon und ihre Ausführungen dazu haben mich wirklich gepackt, vor allem, weil Sie alles so bildhaft erklärt haben, nur verstehen Sie bitte, dass ich als klassischer Homöopath doch so meine Probleme damit habe, dass dabei die Hälfte aller Fälle von nur so wenigen Mitteln abgedeckt werden. Ich verspreche Ihnen aber, dass ich ab jetzt ein offeneres Ohr dafür haben werde. Machen Sie es gut, meine Liebe und geben Sie mir Bescheid, wenn es wieder soweit ist.“

Er drückte sie herzlich mit beiden Händen an den Armen. Und nun aber schnell, sonst verpassen Sie noch ihren Flieger!

Als Homer als einer der letzten Passagiere die Maschine verließ, versperrte ein älterer Herr den Gang. Er jammerte, dass er seine Brille nicht wiederfände. Homer lächelte ihn freundlich an und zeigte auf seine Nase.

„O mein Gott, rief der Mann deutlich entsetzt aus, das passiert mir immer öfter! Es wird von Tag zu Tag schlimmer, ich weiß nicht wo das noch hinführen soll.“

„Ich denke, dass Sie nur einfach etwas aufgeregt sind, das passiert auch anderen….beruhigte ihn Homer Patson.

“Nein, nein”, widersprach der große Mann „Mein Zustand verschlechtert sich immer mehr. Ich merke, dass jetzt etwas geschehen muss. Ich halte es nicht mehr lange aus.“

Frage Homöopathie:

Furcht vor Extravaganz, schoss es Homer durch den Kopf – welches Mittel hätte Zuzana jetzt wohl gegeben? Ob doch etwas daran war?

Findest du es heraus?

13. Türchen

Wien, U-Bahn

Homer schaute hoch und erschrak. Er liebte es, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch eine Stadt zu kämpfen. Da er am Nachmittag noch Zeit hatte wollte er sich den Stephansdom anschauen und war in die U-Bahn-Linie 1 gestiegen.

Gerade hatten sie am Karlsplatz gehalten. An der nächsten Station musste er raus.

Als er hoch sah, weil er aufstehen wollte, schaute er einer sehr gepflegt erscheinenden Frau in die Augen. Doch er glaubte kaum, was er das sah: die Pupille des einen Auges war sehr zusammen gezogen, das Augenlid hing herab und der gesamte Augapfel schien nach innen zu fallen.

Sein Gefühl bedeutete ihm, schnell zu handeln. Der Stephansdom musste warten.

Vermutlich würde er zu der Verabredung zu spät kommen, die er am Abend hatte.

Eine etwas mysteriöse Verabredung, wie er fand, aber darüber konnte er sich später immer noch Gedanken machen.

Frage Pathologie/Notfall:

Was hat die Frau? Wie nennt man die Gesamtheit und was können die Gründe dafür sein?

Finde es bitte heraus

Spannend oder? Die Geschichte geht noch weiter.

Was vermutest du ist das für eine Verschwörung, der Homer da so langsam auf die Spur kommt? Schreibe gern hier unten einen Kommentar, dazu musst du dich einloggen oder registrieren.

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